Feng Shui

Erstellt von: Stier Gabriele

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Stier Gabriele

Autor: Gabriele Stier – raum & sein

Die Methoden des Feng Shui sind vielschichtig und komplex. Feng Shui ist im Grunde genommen keine einheitliche Lehre, sondern eine Ansammlung von Anwendungen, die sich über einen sehr langen Zeitraum unter geschichtlich und geographisch unterschiedlichsten Bedingungen entwickelt haben. Welcher Anwendung Priorität zukommt hängt meist vom Standpunkt der jeweiligen Schule ab und wird unter den Anhängern der unterschiedlichen Schulen oft heftig diskutiert. Die sinnvollere Vorgehensweise ist die Untersuchung, wie sich die unterschiedlichen Ansätze ergänzen können, welche uns grundsätzlich hier im Westen nützlich sind, und im Besonderen, was dem jeweiligen Kunden nutzt. Denn eines muss klar sein: Der Kunde steht im Mittelpunkt der Beratung, und die erste Frage muss lauten – was braucht er, jetzt gerade, zu diesem Zeitpunkt und an diesem Ort, zu dem er den Berater gerufen hat.


Im Überblick kann man die Methoden des Feng Shui drei Wirk-Ebenen zuordnen. Wir arbeiten mit dem irdischen Qi, dem menschlichen Qi und dem kosmischen Qi. Diese drei Ebenen greifen ineinander und wollen alle drei „bedient“ und in Harmonie miteinander sein.


Zum irdischen Qi gehören alle manifestierten Bedingungen des Ortes wie Lage, Form und Größe des Grundstücks, einschließlich aller Umgebungsmerkmale auf dem Land oder in der Stadt wie Straßen, Flussläufe, stehende Gewässer, Brücken, Häuser, Plätze und ebenso Störfaktoren wie zum Beispiel Hochspannungsleitungen, Bahnlinien, Handymasten, etc.. Auch die Lage, Form und Größe des Hauses selber oder die Lage der Wohnung im Haus gehören zu dieser Ebene. Ebenso die Grundriss-Aufteilung und „Wegeführung“ im Inneren. Und schließlich auch die Art der Einrichtung und die Platzierung der Einrichtungsgegenstände.


All diese Faktoren werden mit den Methoden der sogenannten Formenschule untersucht und – zum Beispiel bei der Neubauplanung – zum Besten der Bewohner ganz gezielt entwickelt. Um dies leisten zu können, müssen allerdings die individuellen Bedürfnisse der Menschen bekannt sein. Wenden wir uns also der nächsten Ebene, dem menschlichen Qi zu.


Zum menschlichen Qi gehören alle Aspekte, die das Körper-Seele-Geist-System des Menschen umfassen. Informationen über die Menschen selbst, ihre Bedürfnisse, ihre Vorlieben, ihren Lebensstil, ihre Gewohnheiten, ihren Geschmack, ihre Lernaufgaben, ihre Herausforderungen und Potenziale erhält ein erfahrener Berater auf ganz natürliche Weise während des Beratungsgespräches. Allein die rein praktischen Fragestellungen zu den benötigten Raumfunktionen, der geplanten Größe der Räume und deren gewünschter Anordnung im gesamten Raumprogramm gibt tiefen Aufschluss über die Art und Weise wie Menschen leben, denken und fühlen.

Viele Feng Shui Berater arbeiten außerdem mit der Vier-Säulen-Astrologie, die über die individuelle Verteilung der fünf Wandlungsphasen (der Elemente) im Horoskop Auskunft gibt. Sie ermöglicht einen gezielten Einsatz von Farben, Formen und Materialien bei der Raumgestaltung und kann persönliche Ungleichgewichte ausbalancieren. Ein individuell auf den Menschen abgestimmter Lebens- oder Geschäftsraum ist „die Basisstation“ für eine gesunde Entwicklung, für Vitalität und Wohlbefinden.

Wie auch immer ein Berater arbeitet, um Informationen über die Menschen zu erhalten – ohne diesen Input geht es nicht, wenn das Ziel der Beratung ein kraftvoller, authentischer und individuell maßgeschneiderter Lebensraum sein soll…


Zum kosmischen Qi gehören alle Aspekte des Wandels, der durch das Wirken von Zeit im Raum geschieht. Um das stete Geborenwerden, Wachsen, Sein, Vergehen und Ruhen zu veranschaulichen gibt es im Feng Shui zahlreiche Wandlungssysteme wie zum Beispiel Yin und Yang, die fünf Wandlungsphasen, die Qualitäten der acht Himmelsrichtungen und die 64 Hexagramme. Sie bringen uns ein Verständnis darüber, wie die lebendigen Energien von Sonne, Klima, Tageszeit und Jahreszeit unseren Lebensraum erreichen, versorgen und nähren oder eben auch vernachlässigen, wenn sie fehlen. Da diese Systeme nicht feststehende Objekte beschreiben, sondern Wandlungsprozesse und zyklisches Geschehen bringen sie den „Atem des Lebens“ mit hinein.

Die Ebene des kosmischen Qi` wird durch die Methoden der Kompass-Schule (24 Berge, Ost-West-System, Flying Stars, etc.) untersucht und bearbeitet – das wichtigste Werkzeug hierfür ist der Lo-Pan, der Feng-Shui-Kompass. Den acht Himmelsrichtungen werden zum Beispiel acht unterschiedliche Energiequalitäten zugeschrieben, die mit dem Lauf der Sonne zu tun haben und dementsprechend den Tages- und Jahreszeiten zugeordnet werden (Osten – früher Morgen – Frühling, Süden – Mittag – Sommer, Westen – Abend – Herbst, Norden – Nacht – Winter). Für jeden Laien ist es nachvollziehbar, dass ein Haus in Südhanglage einen besseren Standort hat, als ein Haus in Nordhanglage. Die beiden Hausformen mögen vollkommen identisch sein, doch die Versorgung mit kosmischem Qi macht an den beiden unterschiedlichen Standorten einen gravierenden Unterschied in der Lebensqualität. Aus diesem Beispiel wird vielleicht auch deutlich, dass Formen- und Kompass-Schule unbedingt zusammenarbeiten müssen, denn die Form des Hauses korrespondiert nicht nur mit den Lagebedingungen, sondern auch mit den Lichtverhältnissen des Standortes und muss so konzipiert werden, dass das Haus möglichst optimal mit Energie versorgt wird.

Wenn es zusätzlich gelingt, die Bedürfnisse der Bewohner adäquat umzusetzen und das Haus in seiner Gesamtheit ein Ausdruck der dort lebenden Persönlichkeiten ist, verbinden sich die drei Ebenen auf harmonische Weise und nähren sich gegenseitig. Der Ort kommt dem Menschen sozusagen entgegen, und der Mensch kümmert sich gut um den Ort, weil er sich wohlfühlt – die erwünschten, lebendigen Synergie-Effekte können greifen.

www.stier-fengshui.de

www.lo-pan-easy.de

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