Freie Systemische Aufstellungen nach Olaf Jacobsen

Erstellt von: Regina Wagner-Buckow

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Regina Wagner-Buckow

Zunächst erwähne ich hier, was allgemein unter dem Begriff "Aufstellungen" zu verstehen ist. Ich möchte im weiteren Verlauf des Artikels den Unterschied zwischen klassischen und Freien Aufstellungen möglichst kurz gefasst darstellen.


Aufstellungen sind eine bodenständige, alltagsnahe, und lösungsorientierte Form der Energie-Arbeit. Sie sind in ihrer klassischen form durch Bert Hellinger bekannt geworden: Mit Hilfe von Seminarteilnehmern kann ein belastendes Lebensthema in einer Art Rollenspiel aufgestellt werden. Dazu wählt ein aufstellender Teilnehmer die Personen aus der Gruppe, die sich für die Rollen der am Thema beteiligten Personen zur Verfügung stellen möchten. Schnell zeigt sich dabei das erstaunliche Phänomen, das die Stellvertreter ohne jegliche Kenntnis der Thematik - oft sehr präzise - das Verhalten der Personen widerspiegeln, deren Rolle sie im aufgestellten System eingenommen haben. Je nach eigener Offenheit können Stellvertreter  sehr von ihrem Rollenspiel profitieren, da sie nicht zufällig in der Rolle stellvertretend wirken. Neu anwesende Aufstellungs-Teilnehmer sind oftmals tief beeindruckt, wie z.B. eine Ausdrucksform gleich mehrere Personen berühren kann.


In der klassischen Aufstellungs-Form leitet ein ausgebildeter Therapeut die Aufstellung durch Einbringen unterschiedlicher Konzepte, Ausdrucksformen oder Handlungen. So wird das Thema der aufstellenden Person mit Hilfe der Stellvertreter  zu einer Lösung gelenkt.  Zuschauer nehmen bei den klassischen Aufstellungen überwiegend passiv am Geschehen teil.


Die Freien Systemischen Aufstellungen sind eine Weiterentwicklung der klassischen Arbeit Bert Hellinger`s. Olaf Jacobsen, Musiker und Bestseller-Autor von “Ich stehe nicht mehr zur Verfügung“ hat diese, sehr aufschlussreiche, freie Form entwickelt:

Hier können Teilnehmer, die durch Auslosen ermittelt werden,  ihre Aufstellung selbstständig leiten.  Sie erhalten -auf eigenen Wunsch- Unterstützung vom Moderator und aus der Gruppe.  Sie haben die Wahl verdeckt oder offen aufzustellen. Verdeckt aufstellen heißt, dass keiner in der Gruppe weiß, um welches Thema es geht. Im weiteren Verlauf der Aufstellung kann es  sinnvoll sein, das verdeckt gestellte Thema aufzudecken, dies entscheidet die aufstellende Person. Diese hat -für die Zeit in der die eigene Aufstellung läuft- die Leitende Position in der Gruppe.

 

Bei den freien Aufstellungen gibt es keine konstante Gruppenleitung. Der  Moderator hat, außer der Bereitschaft sich bei Bedarf einzubringen, ein wachsames Auge darauf, das der freie Rahmen in dem sich die Gruppe bewegt, mit den von Olaf Jacobsen entwickelten Spielregeln in Übereinstimmung bleibt. 


Die Gruppe nutzt bei den freien Aufstellungen - oft recht spielerisch - die Möglichkeit mit den Rückmeldungen der Stellvertreter  zu experimentieren.  Es wird sozusagen "das Wissen der Vielen" angezapft.  Dabei werden passende Ausdrucksformen, Handlungen oder Elemente eingebracht um die aufgestellte Situation möglichst in Richtung eines neuen Gleichgewichtes zu begleiten. Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit, sich so zu öffnen, wie es sich momentan stimmig anfühlt, oder sich zu verschließen, wenn sich z.B. ein zu großes Unbehagen einstellt.


Die Entscheidungsfreiheit jedes Einzelnen ist u.a. ein wesentlicher Faktor der den freien Aufstellungen ihre freie Form verleiht. Im Verlauf der Gruppe bieten sich den Teilnehmern  zudem vielfältige Gelegenheiten, sich der Sichtweise  "Alles gehört dazu" zu öffnen; denn selbst ein versehentlich klingelndes Handy z.B. kann zur Deutung der stattfindenden Aufstellung beitragen. 

In den freien Aufstellungs-Gruppen steht das Üben in Selbstverantwortung sowie das Verstehen zwischenmenschlicher Resonanzen im Vordergrund!


Das Ergebnis einer Aufstellung hängt immer von der  Offenheit, der Bereitschaft sich auf das Geschehen einzulassen und von der Absicht, der aufstellenden Person ab! Was sich im Aufstellungsfeld zeigt, bewegt sich nahe am realen Leben, stellt jedoch keine absolute Wahrheit dar, so wie eine Landkarte auch nicht genau das Land ist.

Freie Systemische Aufstellungen können wertvolle Hinweise und Lösungsimpulse geben, die keinesfalls die “Arbeit an sich selbst“ ersetzen, diese jedoch sehr bereichern, oder auch vertiefen. ALLEN Beteiligten, je nach deren Intention, kann ein freier Aufstellungs-Workshop erstaunliche Erkenntnisse oder Einsichten ermöglichen und daher für die eigene Weiterentwicklung sehr hilfreich sein.

Freie Systemische Aufstellungen können z.B. zur Problemlösung, als Entscheidungshilfe, für eine Reflektion zum Thema Ideal-Partner, Ideal-Beruf oder Körpergewicht, zur Klärung familiärer, beruflicher oder finanzieller Themen dienlich sein. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, auch ohne eigenen Aufstellungswunsch oder nur als Zuschauer  an den Gruppen teilzunehmen!

SIE können mit der Zeit u. a. lernen die Freie Systemische Arbeit z.B. im privaten Rahmen durchzuführen und/oder daraus resultierende Sichtweisen in Ihren Alltag zu integrieren. Wenn Sie z.B. ein neues inneres Gleichgewicht anstreben, das Vertrauen in Ihre eigene Wahrnehmung stärken oder mehr Verantwortung für sich übernehmen wollen, können Freie Systemische Aufstellungen Sie vielfältig darin unterstützen.

 

Die hier vorgestellte freie Aufstellungs-Arbeit wird ausschließlich zur Selbsterfahrung genutzt. Sie stellt weder ein therapeutisches Angebot dar, noch wird eine therapeutische Betreuung begleitend oder nachfolgend angeboten! Zudem ersetzt diese Form der Energie-Arbeit keinen Arzt, Heilpraktiker oder Psychotherapeuten.


Freie Systemische Aufstellungen geben einen idealen Rahmen, um sich im SPIEgeL des Lebens zu betrACHTEN!               

Regina Wagner-Buckow

www.so-sein-online.de

 

Literatur von Olaf Jacobsen:

Ich stehe nicht mehr zur Verfügung“ 

„Ich stehe nicht mehr zur Verfügung – Die Essenz“, das sehr empfehlenswerte Hörbuch!

"Das freie Aufstellen"

Weitere, sehr umfangreiche Informationen über Freie Systemische Aufstellungen, sowie eine Adressliste der Moderator/innen, finden Sie auf der Homepage von Olaf Jacobsen: www.in-resonanz.net

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